Fachkamera, Großformatkamera….was soll denn das bitte wieder sein? Sieht doch aus, als wenn es sich ins falsche Jahrhundert verirrt hätte. Tja gegen all diese Argumente konnte ich gar nicht viel sagen. Aber diese Kamera ist nunmal seit nunmehr einigen Monaten fixer Bestandteil meines Fotokurses…und irgendwie hat dieses Old-School-Teil schon was. Christian, Dani und ich traten gemeinsam gegen dieses charmante aber dennoch aufwändige Stück Fotogeschichte an. Nicht ganz ohne Komplimkationen. Aufgaben sind da um gelöst zu werden. Das stand wohl ganz oben auf meiner Gedankenliste, als ich mir vor einigen Tagen dieses Teil für einige Tage reservieren ließ. Bereits zu meinen Zeiten in der Fotoschule (ok eigentlich erst im 3. und 4. Semester) hatte ich mit dem Fremdwort – damals sogar “Schimpfwort” Großformatkamera – zu tun.
Jetzt im Meistervorbereitungskurs auf dem Polycollege ist es natürlich nicht nur ein Neben- sondern sogar Hauptbestandteil der Ausbildung. Für alle, die sich jetzt fragen was das Ding überhaupt ist und für was mans braucht, der kann hier mal nachlesen. Im Wesentlichen unterscheiden sich diese Teile auf alle Fälle mal vom Aufnahmeformat. Alle Analogritter unter uns kennen noch das Medium “Film” (für die Jüngeren unter uns: ja das gabs wirklich!!) mit dem Negativformat 24x36mm. Genau jene Größe, die auch aktuelle digitale Vollformatsensoren (zB bei Canon 5D MK II,…) aufweisen. Großformatkameras nehmen auf einem Planfilm mit 4×5″ (ca. 9x12cm) auf. Also das Vielfache. Genau dieser Unterschied zeigt auch den ersten ganz großen Vorteil auf: man kann die fertigen Bildern riesig belichten/scannen lassen ohne einen wirklichen Qualitätsverlust zu haben. Natürlich gibts für solche Kameras auch digitale Rückteile. Jedoch erst in einer Größenordnung ab 15.000 Euro.
Einer der bekanntesten Fotografen, der Großformatkameras nutzte, war der amerikanische Landschaftsfotograf Ansel Adams.
Darum sind wir noch mit der Analogeisenbahn unterwegs. Diese stellte mich bereits vorm Shooten vor ein Problem: woher bekomme ich nochmal einen passenden Film und welchen brauch ich genau. Das benötigte Produkt fand ich dann bei “Blende 7″ in Wien. 50 Stück Planfilme (ISO 50) haben mich dann doch schlappe 33 Euro gekostet. Hätte aber auch einen “besseren” Film mit 25 Stück um 50 Euro nehmen können
. Bewaffnet mit Film und 2 Koffer gings dann in unser Lindengassenstudio. Nachdem Christian ebenso pünktlich am vereinbarten Shootingort eintraf, gings gleich los mit dem Aufbau der Kamera und natürlich mit dem Einrichten des Sets. Tja und natürlich gabs da gleich einige Hindernisse. Unsere Cam konnte man auch mit einem kleineren Mittelformatfilm in einer Rollfilm-Adapterkassette betreiben. Und ja wir haben es in einem unserer Kurse schon mal gemacht…aber leider vergessen wie man das Teil fachgerecht einlegt. Daher half nur der Griff zum Telefon…ein Telefonjoker musste her. Einen möglichen nützlichen Hinweis bekamen wir vom 3. Anrufer. Kurz herumgefummelt und weitergings.
Einige Bilder machten wir aber natürlich auch stilecht mit 4×5″-Planfilmen. Eigenhändig im Wechselsack von mir eingelegt. Schweißtreibend und spannend kann ich nur sagen.
Eine Weinflasche schön in Szene zu setzen mit diesem Equipment? Eine schwierige Nummer. Wir gaben in den insgesamt 7 Anwesenheitsstunden im Studio bei Stillleben- und Portraitfotos unser Bestes. Ob was rausgeschaut hat? Tja wie soll ich das wissen…die Arbeit geht jetzt ja erst los…mit der Negativentwicklung und dann natürlich noch die Positiventwicklung. Für heute kann ich mal sagen, dass es (fast wider Erwarten) großen Spaß gemacht hat und ich mir – sofern zumindest einige der insgesamt 12 gemachten Bildern etwas geworden ist – das Teil sicher nochmals ausborgen werde.
Aus heutiger Sicht kann ich nur sagen: Top die Wette gilt. Wieviele Fotos werden wohl was gworden sein? Wenn ich so auf meine vergangene Ausbeute mit solchen Cams zurückschau…tippe ich selber auf nicht so rasend viele. Wieviel traut ihr mir zu?
Wie es da so zuging im Studio und als Beweis, dass es tatsächlich Spaß machte, seht ihr hier in einem kurzen Video. Aufgenommen von einer ausdauernden und aufmerksamen Dani
. Viel Spaß.





3 Comments
chistian
(@Twitter) 04 Dez 2011 08:12 am
Tolle Sache Meister des Lichtes…War wohl ich dein Telefonjoker?
photokino.at
04 Dec 2011 09:12 am
Ja so ist es Christian...neben Martin und Robert. Mal schaun was rausgeschaut hat. Aber danke schonmal ;-).
Martin
(@Twitter) 04 Dez 2011 11:12 am
na hoffentlich mehr als bei meinem friedhofsfilm